Immanuel Kant: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784):

„….  aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden. . ….“

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Charles de Montesquieu: Vom Geist der Gesetze (11. Buch 4. Kapitel (1748) :

„Die politische Freiheit ist nur unter maßvollen Regierungen anzutreffen. Indes besteht sie selbst in maßvollen Staaten nicht immer, sondern nur dann, wenn man die Macht nicht missbraucht. Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, dass jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu missbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt. Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“

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James Madison: Die „Federalist Papers“: Streitschrift, Verfassungskommentar und politische Theorie der amerikanischen Verfassungsväter 1788 – Deutscher Taschenbuch Verlag – dtv dokumente , Stuttgart 1987 S. 404:

„…. Aber wirft nicht die Notwendigkeit der Existenz des Staates schon an sich ein schlechtes Licht auf die menschliche Natur? Wenn die Menschen Engel wären, so brauchten sie keine Regierung. Wenn Engel über die Menschen herrschten, dann bedürfte es weder innerer noch äußerer Kontrollen der Regierenden. [……]

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Stanley Milgram über den Zusammenhang von Autorität, Beförderung und Machterhalt:

„Im gesamten Verlauf der Konfrontation mit Autorität trifft der Mensch ständig auf eine Belohnungsstruktur, in der die Nachgiebigkeit gegenüber der Autorität im allgemeinen belohnt wird, während die Verweigerung der Unterordnung in den meisten Fällen bestraft wird. Obgleich es viele Arten gibt, Belohnung für pflichtgemäße Unterordnung zuzumessen, ist doch die genialste die folgende: Das Individuum darf in der Hierarchie eine Stufe höher steigen, wobei zugleich der einzelne motiviert und das System in seiner Struktur bestärkt und fortgesetzt wird. Diese Art von Belohnung – »Beförderung« – enthält eine tiefe emotionale Befriedigung des Individuums; ihr Hauptcharakteristikum ist jedoch, dass sie die Kontinuität der hierarchischen Form sichert.“

Aus: Das Milgram-Experiment, 19. Auflage 2015, Rowohlt Taschenbuchverlag, Seite 161 (Originalausgabe: Obedience to Authority. An Experiment View im Verlag Harper & Row, New York 1974)

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Sir Karl R. Popper,:„Erkenntnis ohne Autorität” in: Karl Popper Lesebuch, J .C.B. Mohr Tübingen 1995 S. 32:

„…. Wer soll herrschen? Diese Frage verlangt nach einer autoritären Antwort: etwa »die Besten« oder »die Weisesten« oder »das Volk« oder »die Mehrheit«.

Man sollte eine ganz andere Fragestellung an ihre Stelle setzen, etwa: Was können wir tun, um unsere politischen Institutionen so zu gestalten, daß schlechte oder untüchtige Herrscher (die wir natürlich zu vermeiden suchen, aber trotzdem nur allzu leicht bekommen können) möglichst geringen Schaden anrichten? ….“

 

 

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